Unnötige Sorgen machen

Haben Sie sich heute schon Sorgen gemacht? Ein klein wenig vielleicht?

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich etwas über Sorgen erwähnt und das Thema ist mir diese Woche auch des Öfteren begegnet. Wert, einen Blog darüber zu schreiben.

Sich Sorgen macht kennt wohl jeder. Niemand ist davor gefeit. Ich selbst kenne das auch. Habe ich mir in meinem Leben auch schon oft Sorgen gemacht. Sorgen um andere Menschen. Sorgen ob das, was ich mir vorgenommen habe auch alles klappt. Sorgen im Job. Sorgen um mich selbst. Sorgen um alle möglichen Dinge und Menschen.
Und was soll ich Ihnen sagen? Ist es doch tatsächlich so, dass fast alle Dinge über die ich mir Sorgen gemacht habe nie eingetreten sind.

Ganz gemäß dem Zitat: „Psychologen haben festgestellt, dass 90 Prozent von dem, was wir befürchten, nie eintrifft. Und die 10 Prozent Probleme, die eintreffen, können spontan und intuitiv bewältig werden.“

Nicht alle Sorgen sind schlecht, denn sie helfen uns, uns für schwierige Situationen zu wappnen. Anstehende Themen von allen Seiten zu betrachten und nicht „kopflos“ und durch die rosarote Brille betrachtend zu handeln oder eben alle wirklich realen Gefahren beiseite zu schieben und sich in eben diese zu stürzen. Sorgen lenken unsere Aufmerksamkeit auf mögliche Probleme, so dass man im Ernstfall bereits einen Aktionsplan zur Hand hat und weiß, was man im Fall der Fälle dann zu tun hat.

Ich würde das „sich vernünftige Sorgen“ mache nennen. Also nicht davon ausgehen, dass man gleich einen Unfall baut, weil man mit dem Auto unterwegs ist, oder sich über liebe andere Menschen –die einem Nahe stehen- Sorgen machen, weil diese in Urlaub fahren. Es könnte ja so viel passieren…

Sich „vernünftige Sorgen“ machen hilft darüber hinaus, echte und reale Gefahrensituationen in denen man zu Schaden kommen könnte, zu erkennen und von vornherein zu vermeiden. Oder eine Situation realistisch einzuschätzen. Dinge können gut oder schlecht laufen, das ist so und so ist auch das Leben. Man kann darüber positiv denken, dass es klappt und sich zusätzliche Gedanken machen, was zu tun ist, wenn es eben nicht klappt. Das nennt man dann „gewappnet sein“.
Und wenn tatsächlich etwas Unvorhergesehenes passiert, dann ist immer noch Zeit genug sich Sorgen zu machen.

Meistens machen wir uns aber eben diese „unvernünftigen Sorgen“ um Dinge, die faktisch gar keine Gefahr darstellen oder wir malen uns in den buntesten Farben aus, was alles passieren könnte, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder sonst etwas Harmloses unternimmt.

Ja, viele Menschen verbringen ihre Zeit damit, sich um Dinge Gedanken und Sorgen zu machen, die niemals eintreten. Viele Menschen produzieren künstliche Probleme, wo auch bei bestem Willen kein Problem zu erkennen ist.

Diese Form der Ängstlichkeit ist nicht nur unproduktiv (nutzt sie doch wirklich niemanden), sondern auch ausgesprochen schädlich. Nicht nur ihre Gesundheit leidet darunter, sondern auch ihre Lebensqualität – denn in der Zeit, wo man sich Sorgen macht, erlebt man keine Freude. Im schlimmsten Fall verdirbt man auch noch anderen Menschen die Freude, da man sie mit den eigenen Sorgen konfrontiert („hoffentlich passiert nichts“), die diese in diesem Moment gar nicht nachvollziehen können („was soll schon sein?“).

Einige Menschen sind sogar so in ihrem Sorgennetz gefangen, dass sie sogar die guten Zeiten in ihrem Leben nicht erkennen und auch nicht genießen können, weil sie nur darauf warten, dass etwas passieren könnte oder darauf warten, dass irgendwie (wieder) alles schiefgeht oder schiefgehen könnte. Manchmal werden die Katastrophen geradezu herbeigeredet und dann passiert so etwas wie die „Selbsterfüllende Prophezeiung“.
„Ich wusste doch, dass das nicht klappt!“, „Hab ich es nicht gleich gesagt?“, „Ich wusste, dass das schief geht!“ Solche oder ähnliche Sätze bekommt man dann zu hören.
Dann war die Sorge wohl berechtigt und der Sorgenträger fühlt sich bestätigt mit seinen „Sorgen machen“. Also weiter so!

Bei meiner Recherche zum Blog bin ich über folgendes Zitat gestolpert. William Shakespeare schrieb in „Julius Caesar“: „Die Feigen sterben viele Male vor dem Tod; die Tapferen kosten den Tod nur einmal.“ Ich will hier nicht gleich von Tod sprechen, aber sich so richtig Sorgen machen, fühlt sich manchmal an wie ein klein wenig sterben. Kennen Sie auch die Aussage von Ihnen nahestehenden Menschen (die sich um Sie gesorgt haben): „Ich bin fast gestorben vor Angst!“

 

Wie geht es Ihnen damit? Sind Sie ein Mensch der sich unnötig Sorgen macht und darauf wartet, dass wieder mal alles schiefgeht? (Obwohl noch –fast- nie etwas schief gegangen ist). Schaffen Sie sich unnötig Probleme, wo keine sind?

Alles eine Frage der Einstellung

Als ich das letzte Mal in Urlaub fuhr, habe ich mich schon ein ganzes Jahr darauf gefreut. Die Vorbereitungen haben Spaß gemacht. Mir Literatur darüber zu besorgen und mich gedanklich darauf einzustimmen. Was nehme ich alles mit? Was werden wir wohl alles erleben? Ich war durch und durch voller positiver Gedanken und Gefühle und freudig aufgeregt. Die sogenannte Vorfreude!

Und ja, es war dann auch so. Perfekte Flüge, perfekte Reise, das Wetter wunderbar (apropos, über das Wetter mache ich mir niemals Gedanken, das wäre sinnlose Zeitverschwendung), das Essen lecker. Ach wie schön (ich könnte gerade darin schwelgen).

Es geht aber auch anders. Es gibt Menschen, die machen sich vor ihrem Urlaub Gedanken darüber, was alles passieren könnte. Hoffentlich geht der Flug pünktlich, hoffentlich ist das Hotel schön, das Essen lecker, und oh je, hoffentlich scheint die Sonne. Ja, das Wetter ein großes Thema. Vorstellungen über einen ruinierten Urlaub verderben schon im Vorhinein die Urlaubs-Vorfreude. Also ist die Zeit vor dem Urlaub schon mit sorgenvollen Gedanken verdorben.

Egal, wie so ein Urlaub letztendlich ausgeht! Mit der positiven Einstellung erlebt man eine lange Zeit der Freude. Wenn man allerdings vom Schlimmsten ausgeht leidet man schon Wochen vorher unnötige Qualen, die einfach nicht nötig sind.

Was wäre das Schlimmste?

Sorgen verstärken sich gegenseitig. Das kann sogar so weit gehen, dass selbst Kleinigkeiten zu massiven Problemen dramatisiert werden.

Prüfen Sie daher stets für sich selbst, ob Ihre Sorgen berechtigt sind oder nicht.

Folgende Fragen können Ihnen hierbei helfen:

– Was ist das Schlimmste das passieren kann?
– Und was wäre daran das Schlimmste?
– Was ist das Schlimmste was mir passieren kann?
– Wie schlimm wäre das für mich?
– Welche Auswirkungen hätte das für mich?
– Wie würde ich mich verhalten?
– Könnte ich damit fertig werden?
– Hätte ich einen Plan B?

Gemäß obigem Zitat bewahrheiten sich die meisten Sorgen nicht die wir uns machen und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie mit fast jedem Problem, das Sie sich vorstellen können, auch fertig werden.

Ein verspäteter Zug, oder ein verspätetes Flugzeug ist zwar lästig und ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Sie können trotzdem noch etwas Positives daran sehen und die Zeit anderweitig nutzen. Z.B. um andere Tätigkeiten zu erledigen (Telefonieren, Arbeiten am Laptop, Buch lesen, etc.). Auch bei schlechtem Wetter kann man viel unternehmen. Es ist vielleicht ein wenig enttäuschend, aber doch nicht wirklich ein Problem.

Sobald man sich die schlimmst-mögliche Situation vor Augen hält und sich klar gemacht hat, dass man sie überstehen würde, ist es schon gar nicht mehr so schlimm und viele Dinge sind einfach kein echtes Problem mehr. Also Sorgen machen unbegründet!

Zeit ist ein kostbares Gut, also verbringen Sie sie nicht damit, sich unnötige Sorgen zu machen!

Einen sorgenfreien Feiertag und ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen!

Herzliche Grüße

Karoline Beck

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