Die Macht der Sprache – Affirmationen

Wenn Sie bestimmte Ziele erreichen wollen, oder Sie haben Wünsche, deren Erfüllung Ihnen sehr am Herzen liegen, dann liegt die Erreichung der Ziele und die Erfüllung Ihrer Wünsche auch zu einem großen Teil an der Art, wie Sie Ihre Sprache nutzen, bzw. wie Sie Ihre Worte wählen.

„Ich will nicht mehr so dick sein!“, „Ich habe Angst vorm Fliegen!“ oder „Das schaffe ich nie“ solche und viele ähnliche Sätze und negative Gedanken schwirren den ganzen Tag in unserem Kopf herum.

„Der Ton macht die Musik“, hierzu habe ich schon vor einiger Zeit einen Blog geschrieben. Und hier ging es darum, wie Sie mit sich selbst sprechen und wie wertschätzend Ihre Kommunikation mit Ihnen selbst ist.

Bei Affirmationen geht es allerdings noch um ein bisschen mehr. Es geht nicht nur darum, wie Sie mit sich selbst sprechen oder welchen sprachlichen Umgang Sie mit sich selbst pflegen, sondern es geht darum, wie Sie sich selbst programmieren für die Dinge, die Sie erreichen wollen. Wie Sie sich positiv einstimmen und programmieren!

Das Wort Affirmationen ist Ihnen bestimmt schon öfters in der einen oder anderen einschlägigen Literatur begegnet. Und vielleicht sind Sie sich gar nicht so sicher, was Affirmationen denn nun eigentlich sind?

Wikipedia beschreibt die Affirmation (lat. affirmatio für „Versicherung, Beteuerung“) als eine wertende Eigenschaft für prozedurale, kognitive oder logische Entitäten, die mit „Bejahung“, „Zustimmung“ oder „Zuordnung“ beschrieben werden kann.

Ganz ehrlich, die Beschreibung von Wikipedia bzw. die gegebene Definition sagt mir, wenn ich sie so lese, überhaupt nichts. Einfach zu viele Fremdwörter. Geht es Ihnen auch so? Ich mag es gerne einfacher, so dass es jeder verstehen kann.

Im Grunde genommen sind Affirmationen bewusst formulierte positive Gedanken, die uns bei der Erreichung unserer Wünsche und Ziele helfen sollen.

Sie basieren auf der Annahme, dass unsere Gedanken nicht nur das was wir fühlen und tun, sondern auch Körpervorgänge, biologische und chemische Prozesse steuern.

 

Wenn Sie Ihre Gedanken einmal einen Tag lang beobachten, werden Sie feststellen, dass viele Ihrer Gedanken den ganzen Tag über eher negativ formuliert sind. Unbewusst affirmieren wir uns fast pausenlos negativ. Es gibt Expertenschätzungen, dass bis zu 72 % unsere Gedanken negativ sind.

In meinem letzten Blog habe ich darüber geschrieben, dass Sie der Herr Ihrer Gedanken sind. Und denken ist etwas, was Sie den ganzen Tag tun. D.h. Sie haben selbst erheblichen Einfluss darauf, wie Sie denken und was Sie denken. Denken tun wir selbstverständlich und wir denken zumeist, ohne darüber nachzudenken. Ganz automatisch, denn es klappt ja auch von ganz alleine. Wir lassen unseren Gedanken sozusagen freien Lauf.

In einem Artikel habe ich gelesen, dass unser Gehirn die Tendenz hat, sich auf die Gefahren und Probleme des Lebens zu konzentrieren und sie noch größer zu machen als sie sind. All diese Sorgen lassen uns genau das wahrnehmen, was diese wiederum bestätigt und uns passend dazu verhalten.

Aber, sobald Sie sich im Klaren darüber werden, dass Sie ja auch bewusst denken können, können Sie die Kontrolle über Ihre Gedanken übernehmen und aus den zumeist unbewussten negativen Gedanken positive Formulierungen finden.

Weiterhin ist es auch so, dass eine vorwiegend negative Denkweise und Sprache Ängste verstärken kann, während eine positive Art zu Denken und zu Sprechen dazu führen kann, dass positives Denken und Fühlen zur Gewohnheit werden.

Und da stehen wir auch schon vor der ersten Herausforderung für positive Affirmationen. Sie wirken nicht beim ersten Mal und auch nicht beim zweiten Mal.

Bei unserer Tendenz zum negativen Denken, Fühlen, Klagen und Grübeln reichen 10 Minuten tägliches positives Denken nicht aus und verfehlt somit auch zumeist ihre Wirkung. Wie der Psychologe Anders Ericsson in einer Langzeitstudie an der Berliner Hochschule für Musik herausfand, benötigen die besten Violinisten etwa 10000 Übungsstunden, um Spitzenleistung zu erbringen. D.h. wie bei allem was wir neu lernen, beginnen und zum Erfolg führen wollen: Häufigkeit, Disziplin und Ausdauer zählen.

D.h. wenn ich meine Gedanken durch Affirmationen dauerhaft ändere und dies täglich übe und in meinen Alltag einfließen lasse, dann ändert sich nach einer Weile auch mein Verhalten und meine Gefühle und die positive Wirkung lässt nicht auf sich warten.

Affirmationen verwenden

Die Affirmation – also die positive Aussage – ist somit ein Instrument zur Unterstützung positiven Denkens anhand von Schlüsselsätzen, die mehrfach wiederholt werden.
Im Gegensatz zu den negativen Sätzen, die wir täglich denken oder uns selbst sagen (z.B. „das kann ich nicht“), sind Affirmationen immer positiv formuliert, d.h. „Das kann ich!“
Ganz gemäß dem Spruch: „Wenn Du denkst, Du kannst etwas, oder wenn Du denkst, Du kannst es nicht, Du wirst immer recht haben.“

Die Formulierung

Wichtig bei der Formulierung von Affirmationen ist, dass sie immer in der Gegenwartsform sind und, ebenso wichtig, dass die Formulierung immer positiv ist und nicht negativ, d.h. Negationen wie „nicht“, „kein“, „niemals“, „nie“ o.ä. haben hier nichts verloren.
Wir formulieren nicht „weg von“ (was will ich nicht), sondern „hin zu“ (wo will ich hin, was will ich). Wenn Sie beim Pizzabäcker sagen Sie möchten keine Pizza, dann weiß er leider noch lange nicht, was Sie wirklich möchten. Formulieren Sie, was und wie Sie es wollen.

Wenn ich etwas nicht will, was will ich stattdessen?

Allerdings können positive Formulierungen auch ihren Haken haben. Wenn Sie z.B. sagen, „Ich bin schön!“, dann wird sich vielleicht in Ihrem Inneren etwas sträuben und im gleichen Augenblick sagen Sie zu sich, „das stimmt doch überhaupt nicht. Ich bin nicht schön!“

D.h. sobald Sie mit der positiven Affirmation zu direkt sind und mit „Ich bin…(toll, mutig, erfolgreich,…), dann sabotieren Sie den Gedanken gleichzeitig wieder mit einem Negativen, da Sie ja vielleicht sofort sagen „das stimmt doch nicht!“.

Somit werden Zweifel verstärkt, anstatt ausgeräumt. Das Gegenteil bewirkt, anstatt das Positive in Ihr Leben einzuladen.

Formulieren Sie ggf. eher indirekt, wie z.B. „Jeden Tag werde ich mutiger und mutiger!“, „Jeden Tag werde ich schlanker und schlanker!“, „Es fällt mir jeden Tag leichter und leichter selbstbewusst zu sein!“

Probieren Sie es für sich selbst aus. Letztendlich muss die Affirmation für Sie stimmig sein. Und was bei dem einen wirkt, muss für Sie noch lange nicht richtig sein. Vielleicht kommen Sie mit „Ich bin“-Formulierungen wunderbar klar, oder vielleicht doch eher mit einer Formulierung „Ich kann mich mehr und mehr…“ oder „ich erlaube mir, jeden Tag ein bisschen schlanker zu werden!“ Hören Sie hierbei auch einfach auf Ihr Gefühl.

Beispiele für positive Affirmationen:

  • Ich genieße Wohlstand und Fülle in meinem Leben
  • Ich kann mich jeden Tag mehr und mehr entspannen
  • Ich erlaube mir, mehr Geld zu verdienen
  • Ich fühle mich glücklich und zufrieden
  • Jeden Tag werde ich glücklicher und glücklicher
  • Ich habe mein Leben im Griff
  • Es fällt mir leicht, mein Gewicht zu reduzieren und mein Traumgewicht zu erreichen
  • Ich vertraue dem Leben und gehe zuversichtlich meinen Weg
  • Ich bin ruhig und voller Zuversicht
  • Ich darf…
  • Ich kann mir erlauben…
  • …jeden Tag mehr und mehr…
  • …immer mehr und mehr…
  • Ich genieße es…
  • Ich werden jeden Tag…
  • …(Ihre Eigene?)
  • Affirmationen für jeden Tag

Bitte achten Sie auch darauf, dass Sie Affirmationen formulieren, die in Ihrem eigenen Einflussbereich liegen. Wenn Sie eine Affirmation wählen, die da lautet: „Mein/e Mann/Frau liebt mich jeden Tag mehr und mehr“, dann wird das höchstwahrscheinlich nicht funktionieren.

Denn ob Sie Ihr Mann oder Ihre Frau tatsächlich jeden Tag mehr und mehr liebt, können Sie nicht beeinflussen. Ihr Mann oder Ihre Frau haben sicherlich ihren eigenen Kopf und entscheiden selbst, ob sie das denn tun wollen.
Affirmationen sollten somit immer auf Sie selbst bezogen sein, denn das ist der Bereich, den Sie kontrollieren können.

Wenn Sie Affirmationen bilden wollen, die auch andere Menschen einbeziehen sollen, weil es Probleme gibt oder sonstige Thematiken, dann versuchen Sie eine Formulierung zu finden, die mit Ihnen zu tun hat, z.B. „Ich liebe meinen Mann/meine Frau jeden Tag mehr und mehr und wir führen eine wundervolle harmonische Beziehung!“ Oder: „Ich komme mit meinem Chef von Tag zu Tag besser zurecht und wir arbeiten hervorragend zusammen!“

Und was tun Sie nun mit Ihrer Affirmation?

Wie können Sie Ihre gefunden Affirmationen nun einsetzen, so dass Sie zur Regelmäßigkeit und zur Gewohnheit werden? Und vor allem, dass sich die Dinge positiv verändern?

Sobald Sie sich für eine bestimmte oder mehrere Affirmationen entschieden haben, wiederholen Sie diese möglichst oft. Schreiben Sie Ihren Satz oder Ihre Sätze auf Kärtchen, oder auf „Post-Its“ und kleben Sie sie an den Kühlschrank, an den Autospiegel, an den Badezimmerspiegel oder an Orte, die Sie oft sehen und Ihren Klebezettel nicht übersehen können.

Sagen Sie morgens nach dem Aufstehen Ihre Affirmation laut auf, am besten mehrmals hintereinander, über den Tag hinweg mehrmals und abends vor dem Schlafengehen.

Sie können die Affirmationen beim Autofahren wie ein Mantra vor sich hersagen, oder hersingen.

Schreiben Sie sich die Affirmationen selbst per E-Mail, machen Sie sich eine Notiz mit einer „Deadline“ in Ihrem PC, dann erscheint Sie öfters (so oft Sie wollen) auf Ihrem Bildschirm und erinnert Sie während des Tages an Ihre Affirmationen.

Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesteckt. Überlegen Sie, wo und wie Sie Ihre Affirmationen platzieren können.
Wichtig ist, dass Sie sie wirklich mehrmals am Tag vor sich hersagen.

 

An Anfang fühlt sich das sicherlich noch alles ungewohnt und komisch an. Ihre alten Denkgewohnheiten lassen sich ja auch nicht so einfach vertreiben, waren sie doch schon viele Jahre in der Vorherrschaft und plötzlich kämen da andere (positive) Gedanken daher.

Lassen Sie sich aber nicht unterkriegen, wie so oft geschrieben: Übung macht den Meister!

Üben Sie allerdings nicht zu viel Druck auf sich selbst aus. Erlauben Sie sich die Zeit die es braucht. Achten Sie auch darauf, ob Ihre Affirmationen stimmig für Sie sind?
Geben Sie auch nicht zu früh auf (z.B. weil sich in den ersten Tag nichts tut). Bei allem was wir lernen braucht es seine Zeit und auch Ihre Affirmationen brauchen ihre Zeit, bis Sie sie verinnerlicht haben!

Damit es auch tatsächlich klappt, noch ein paar Tipps:

  • Entwickeln Sie für Ihre Affirmationen tägliche Gewohnheiten, z.B. morgens und abends im Bett aufsagen.
  • Haben Sie Spaß dabei, Ihr Gehirn gewöhnt sich schneller an Dinge, bei denen Sie Spaß haben.
  • Haben Sie Geduld und denken Sie daran, dass für Spitzenleistung 10000 Wiederholungen nötig sein könnten.
  • Nutzen Sie all Ihre Sinne. Hören Sie schöne Musik zu Ihrer Affirmation, oder betrachten Sie schöne Bilder. Sie können sich auch eine Collage basteln, die Ihre Affirmation bild- und sinnhaft untermauert.
  • Umgeben Sie sich mit Ihren guten Gedanken (Zettel, CD, im Bad, Küche, Auto, Schlafzimmer, Handy, etc.)

Buddha sagte bereits: „Das, was Du heute denkst, wirst Du morgen sein.“

Somit wünsche Ihnen, dass es Ihnen jeden Tag besser und besser gelingt, Ihre positiven Affirmationen in Ihr Leben zu integrieren.

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen und Feedback zu meinem Blog!

Herzliche Grüße
Karoline Beck

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