Die lieben Gewohnheiten

Wie oft denken Sie über die Dinge nach, die Sie jeden Tag tun und erledigen? Vor allem über die Dinge, die Sie wirklich JEDEN Tag tun oder fast jeden Tag tun?

Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihre Zähne putzen?

Wie der Ablauf am Morgen ist, bevor Sie aus dem Haus gehen?

Während Sie das Auto aufsperren, einsteigen und losfahren sind Ihre Gedanken schon ganz woanders, oder?

In der Arbeit erst mal einen Kaffee holen und den PC hochfahren?

Am Abend das allabendliche Gute-Nacht-Bierchen oder ein Stück Schokolade?

Das ständige „checken“ unseres Handys, ob neue Nachrichten eingegangen sind, das allwöchentliche Sport-Programm, das wir durchführen, das Verlangen jeden Nachmittag ein Stückchen Kuchen essen zu wollen (oder vermeintlich zu müssen) oder die Tatsache, wie wir mit unseren Kindern und Partnern sprechen.

 

Fast alles basiert auf Gewohnheiten und ein großer Teil dessen, was wir zwischen dem Aufwachen und dem zu Bett gehen und dem Einschlafen tun, wird aus Gewohnheit getan und wir denken einfach nicht weiter darüber nach.

Und das ist im Großen und Ganzen auch gut so. Stellen Sie sich vor, Sie müssten alles was Sie am Tag tun wollen „neu“ denken, sich zum Beispiel ganz genau mit dem Kaffee machen auseinander setzen und jeden Tag wieder überlegen, wie man im Auto den Gang einlegt, rückwärtsfährt oder einparkt.

Wir könnten nicht effektiv sein, wenn wir alle Handlungen, die wir am Tag ausführen im Einzelnen überdenken müssten.
Somit sind Gewohnheiten eine gute Sache! Ganz unbewusst lotsen sie uns durch den Alltag und vieles wird eben durch unsere Gewohnheiten bestimmt.

Sie kennen Sie aber auch, die Gewohnheiten, die für uns nicht so förderlich sind? Es gibt viele Schablonen und Automatismen, die uns in Situationen bringen, die wir eigentlich so gar nicht möchten und lieber vermeiden wollen.

 

Vielleicht haben Sie sich über Gewohnheiten noch nie Gedanken gemacht, sind doch viele von Ihnen ach so liebgewonnene Rituale.

Sich seiner Gewohnheiten aber bewusst zu werden und sich Gedanken darüber zu machen, warum und weshalb man dieses oder jenes tut, hilft dabei die Ursachen des eigenen Verhaltens zu erkennen.

Erst wenn Sie sich Ihrer Gewohnheiten bewusst werden, können Sie auch unterscheiden, welche von Ihren Gewohnheiten Ihnen dienlich sind und nützen und welche Sie behindern oder sich sogar negativ auf Ihr Leben auswirken.

 

Gefühle und schlechte Gewohnheiten

Sich mit seinen Gewohnheiten auseinanderzusetzen ist nicht nur interessant und aufschlussreich, sondern kann auch sehr wichtig sein.

Beobachten Sie sich selbst und finden Sie heraus, bei welchen Gelegenheiten sie etwas immer wieder tun und auf Ihre Gewohnheiten zurückgreifen.

Wichtig ist hier dann auch die Frage, warum Sie das dann tun?

Es kann sein, dass gewisse Gewohnheiten einfach nur verborgene emotionale Konflikte kaschieren.

Wenn man abends, nach dem nach Hause kommen, sofort den Fernseher anschaltet, damit es nicht so still ist und man somit die Einsamkeit überspielt oder der Fernseher läuft, damit man sich mit dem Partner nicht unterhalten muss. Die Flucht in die Welt des Internets und all seinen Verlockungen, um sich mit sich selbst nicht auseinander setzen zu müssen. Man isst zu viel Süßes, damit man sich irgendwie geborgen fühlt oder der Gute-Nacht-Trunk der einem das Einschlafen erleichtern soll. Ebenso die Zigarette die man einfach aus Gewohnheit raucht, aber irgendwie Sicherheit gibt. Beispiele gibt es sicherlich viele.

Das muss nicht heißen, dass jede schlechte Gewohnheit eine negative Emotion überdeckt, dennoch können emotionale Probleme aufgedeckt werden, wenn man die entsprechende Gewohnheit einstellt und beobachtet, was dies mit einem macht. Welche Angst oder welches Unbehagen kommt an die Oberfläche?

Das bedeutet also, dass sogar als harmlos betrachtete Gewohnheiten, wie regelmäßiges Fernsehen oder die Beschäftigung mit einem Hobby von einem tief im Inneren verborgenen Problem ablenken können.

Beobachten Sie sich selbst! Mit welchen Gewohnheiten lenken Sie sich ab?

 

Unserem Gehirn ist es egal

Damit unsere Gewohnheiten funktionieren, benötigen wir unser Gehirn. Unser Gehirn prägt sich den Ablauf einer gewohnheitsmäßigen Verhaltensweise ein.

Deswegen kann man irgendwann beim Autofahren in den Rückspielgel schauen, kuppeln, schalten und sich dabei noch mit dem Beifahrer unterhalten und das alles gleichzeitig. Oder Sie fahren von einem Ort A zu einem Ort B und bei der Ankunft können Sie die Fahrt gar nicht mehr nachvollziehen, weil Sie während des Fahrens mit so vielen anderen Dingen beschäftigt waren.

Unter dem Aspekt des Lernens nennt man das auch „die unbewusste Kompetenz“.

Das heißt, dass man Gewohnheiten –die guten wie die schlechten- genauso lernt, wie alles andere nützlich Gelerntes und zwar durch Wiederholung.

Durch Wiederholung lernen wir, und von dem bewussten Tun gelangen wir irgendwann in das unbewusste Tun. Man tut es einfach und weiß eigentlich gar nicht mehr warum.

 

Unser Gehirn ist zwar ein tolles Organ, aber es kann von sich aus nicht zwischen nützlichen und schädlichen Handlungen unterscheiden. Wenn eine Tätigkeit oder ein Verhalten nur oft genug wiederholt wird, läuft sie irgendwann dann automatisch ab und Sie denken dann bewusst nicht mehr darüber nach.

Unserem Gehirn ist es also egal und das bedeutet für Sie, an die Aufdeckung Ihrer Gewohnheiten, vor allem Ihrer schlechten Gewohnheiten, müssen Sie schon selbst ran. Ziel wäre es dann, die schlechten Gewohnheiten durch nützliche und förderliche zu ersetzen.

 

Gute und schlechte Gewohnheiten

Wie weiter oben erwähnt, gibt es unterschiedliche Gewohnheiten, die guten und positiven, die uns Sport treiben lassen, unsere Beziehungen pflegen lassen, einen guten Umgang mit uns selbst und anderen fördern und anderes.

Im Gegensatz dazu pflegen wir die nicht ganz so nützlichen Gewohnheiten, die eher hinderlich oder sogar schädlich sind, aber es gibt auch ganz neutrale Gewohnheiten, die einfach dazu dienen, uns die Zeit zu vertreiben.

Um Ihnen dabei zu helfen Ihren Gewohnheiten auf die Spur zu kommen, beantworten Sie einfach die folgenden Fragen. Sie helfen Ihnen bei der Erforschung Ihrer Gewohnheiten und vielleicht kommen Sie auch Ihren schlechten Gewohnheiten auf die Schliche.

Dabei sind die unten gelisteten Fragen nur ein Anfang und sollen Sie darin unterstützen Ihre einzelnen Lebensbereiche zu durchforsten und sich selbst zu fragen, wo und wann und vor allem warum machen Sie dies oder jenes.

  • Schalten Sie immer den Fernseher ein, sobald Sie nach Hause kommen? Oder den Radio?
  • Naschen Sie beim Fernsehen gerne noch eine Tüte Chips oder Schokolade?
  • Haben Sie bestimmte Zeiten am Tag, an denen Sie Ihren Kaffee oder Tee trinken?
  • Trinken Sie immer die eine Tasse Kaffee zu viel?
  • Haben Sie ein bestimmtes Ritual am Morgen nach dem Aufstehen und folgt Ihr Ablauf am Morgen einer bestimmten Routine?
  • Hören Sie immer den Wetterbericht, bevor Sie aus dem Haus gehen?
  • Nehmen Sie morgens immer einen Regenschirm mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?
  • Kauen Sie an Ihren Fingernägeln?
  • Lassen Sie beim Essen immer einen Rest auf Ihrem Teller (obwohl Sie noch hungrig wären)?
  • Lassen Sie auch immer einen Rest im Glas?
  • Räuspern Sie sich ständig?
  • Rauchen Sie nach dem Essen die berühmte Zigarette nach dem Essen?
  • Rauchen Sie gleich morgens nach dem Aufstehen die erste Zigarette, denn ohne diese kann der Tag nicht beginnen?
  • Nutzen Sie Redewendungen oder einen bestimmten Ausdruck, den Sie bei allen möglichen Gelegenheiten verwenden?
  • Gehen Sie nie ohne Geld aus dem Haus?
  • Gehen Sie nie ungeschminkt aus dem Haus?
  • Trinken Sie zum Essen (zum Abendessen) immer Alkohol?
  • Gehen Sie immer später ins Bett als Sie eigentlich wollten?
  • Waren Sie wieder länger im Internet als Sie eigentlich wollten?
  • Gibt es bei Ihnen bestimmte Tage an denen Sie immer das Gleiche tun, z.B. samstags immer das Auto waschen, oder den Hausputz machen?
  • Nehmen Sie immer den gleichen Weg zur Arbeit?
  • Essen Sie bei Stress immer erst einen Schokoriegel oder etwas anderes?
  • Schauen Sie bei Unterhaltungen mit anderen lieber auf Ihr Handydisplay?
  • Und was tun Sie noch wenn etwas so oder so ist?

Beobachten Sie sich einfach mal bewusst einen Tag lang oder über den Zeitraum von mehreren Tagen.
So kommen Sie Ihren Gewohnheiten sicherlich auf die Spur.

 

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Positive Gewohnheiten annehmen

Wie oben beschrieben sind Gewohnheiten Verhaltens-weisen die wir uns automatisch aneignen. Das bedeutet aber nicht, dass wir diese Gewohnheiten rein zufällig annehmen. So eine vermeintlich einfache Sache wie „Danke“ sagen, ist eine gute Gewohnheit und wir haben Sie uns in unserer Kindheit angeeignet und die meisten von uns haben diese Gewohnheit sicherlich auch beibehalten.

Gewohnheiten eignen wir uns aber nicht nur in unserer Kindheit an, sondern dies geschieht unser ganzes Leben lang. Auch als Erwachsener kann man sich gute Gewohnheiten zu Eigen machen, die förderlich für das eigene Leben sind.

Machen Sie sich Gedanken darüber, welche guten Gewohnheiten Sie in Ihr Leben integrieren möchten. Orientieren Sie sich dabei auch an Ihrem Umfeld, Ihre Freunde, Bekannte, Kollegen, Familie oder andere Menschen, die Sie toll finden und vor allem deren „guten“ Gewohnheiten.

Am Anfang ist das natürlich erst mal wieder eine Herausforderung. Denn Neues ist zunächst erst mal neu und bedarf Ihrer vollen Aufmerksamkeit. Sie müssen das Neue, die neue Gewohnheit ganz bewusst in Ihr Leben integrieren und auch mit vollem Bewusstsein ausführen.

Das ist erst mal eine Veränderung in Ihrem Leben und Veränderungen, raus aus dem Alten und rein in etwas Neues, bzw. die Integration von etwas Neuem, kostet Zeit, Kraft und Energie. Jedoch, je öfters Sie etwas tun, desto automatischer wird es nach einiger Zeit ablaufen und Sie entwickeln für die neue Gewohnheit die unbewusste Kompetenz.

Wie denken Sie über Ihre Gewohnheiten?

Um zu erfahren, wie Sie Gewohnheiten ändern können, versäumen Sie nicht meinen Blog nächste Woche, der Ihnen verrät, wie das geht! Schauen Sie doch dann gerne wieder vorbei.

Ihre
Karoline Beck

 

Wie immer dient dieser Blog dazu, Sie zum Nachdenken anzuregen oder Impulse zu geben. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Thema umfassend, abschließend oder wissenschaftlich zu beschreiben, sondern er soll Sie unterhalten, inspirieren oder Ihnen einen Gedanken schenken, der gerade heute für Sie wichtig ist.

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