Achtsamkeit

„Manchmal musst Du einfach nur gegenwärtig sein und innehalten, damit das Glück Dich finden kann. Denn nur wer die Musik des Lebens nicht hört, wird die, die danach tanzen, für verrückt erklären. Diejenigen aber, die achtsam den Botschaften ihres Herzens lauschen, werden auch das letzte Geheimnis der Weisen lüften: In uns selbst ist der größte Schatz von allen verborgen. Die Liebe! Sie beginnt bei uns und erstreckt sich in die Unendlichkeit.“

Obige schöne Sätze habe ich in einem Mindstyle Magazin gelesen und ich finde sie als Einstieg in meinen dies-wöchigen Blog sehr schön.

Achtsamkeit!! Dieses Wort oder die dahinter vermutete Bedeutung ist mir in den letzten Wochen sehr häufig begegnet und dies in unterschiedlichsten Konstellationen.

Achtsam sein bzw. Achtsamkeit, was bedeutet das?

Der Duden gibt für die Bedeutung von Achtsamkeit folgende Übersicht: das Achtsam sein (finde ich sehr schön), achtsames Wesen, Verhalten.

Und als Synonyme finden sich die Worte: Aufmerksamkeit, Augenmerk, Genauigkeit, Interesse, Konzentration, Sorgfalt, Teilnahme, Umsicht, Vorsicht, Wachsamkeit.

Damit ist alles gesagt, oder? Oder nicht?

 

Achtsamkeit kann, so sagt Wikipedia, als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand verstanden werden.

Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, die Art, wie wir unsere Umgebung und Umwelt und das was wir tun wahrnehmen und wie bewusst wir uns dessen sind, sagt etwas über unsere Achtsamkeit aus.

Wie nehmen unsere Umwelt und alles was um uns herum geschieht mit unseren fünf Sinnen wahr. Wir sehen und hören, wir fühlen, schmecken und riechen. Wir versuchen, mit unseren fünf Sinnen die Realität zu begreifen und werten alle Informationen aus (und das macht unser Gehirn ganz automatisch) und vergleichen diese mit unseren bisherigen Erfahrungen, mit unserem Wissen, mit unserem Glauben, mit unseren Werten und Prägungen.

Aufmerksam zu sein, wie wir sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen, wie offen und neugierig wir sind, wie groß die Akzeptanz oder die akzeptierende Haltung ist gegenüber dem, was man gerade erlebt, wahrnimmt und tut, das ist Achtsamkeit.

Was geschieht gerade im hier und jetzt?

Im hier und jetzt zu bleiben und achtsam und aufmerksam zu erleben, was gerade geschieht, sich mit allen Sinnen auf das einzulassen, was wir spüren und wahrnehmen, das ist das Ziel von Achtsamkeit.

 

Stellen Sie sich vor, Sie wären wie ein Kind und erleben unvoreingenommen und neugierig die Welt um sich herum. Sie staunen, was um Sie herum passiert. Sie erleben, was gerade passiert und schmecken, riechen, fühlen und genießen etwas vielleicht zum allersten Mal. Sie staunen und sind vielleicht sogar überrascht und ganz wichtig, sie werten nicht, das ist Achtsamkeit.

Überlegen Sie mal, wie Sie Ihren Tag so verbringen. Was tun Sie, nachdem Sie aufgestanden sind? Können Sie sich noch bewusst daran erinnern, wie Sie sich die Zähne geputzt haben? Was haben Sie zum Frühstück gegessen? Wo waren Sie gedanklich, während Sie zur Arbeit fuhren? Können Sie sich bewusst an Ihren Arbeitsweg erinnern? An Begegnungen oder Menschen, die Ihnen entgegen kamen?

Mit welchen Kollegen haben Sie gesprochen? Und vor allem über was? Haben Sie sich bewusst für Ihr Mittagessen entschieden? Wie haben Sie es gegessen? Bewusst oder voller Hast?
Und jetzt denken Sie mal darüber nach, wie Ihre letzte Woche so verlief? Können Sie sich noch an die Einzelheiten Ihres Tuns und Ihrer Wahrnehmung gewahr werden?

 

Während wir etwas tun, sind wir meistens nicht im hier und jetzt. Man grübelt noch über das eben Geschehene nach und ist gedanklich in der Vergangenheit unterwegs, oder man ist schon in der Zukunft und überlegt, wie das oder jenes gemacht wird, was ansteht und noch erledigt werden muss. Aber sind Sie hier? Genau hier, bei dem was Sie gerade jetzt tun? Sind Sie mit Ihren Sinnen ganz bei dem, was Sie gerade eben jetzt sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken?

Während Sie diesen Text lesen, wo sind Sie gedanklich gerade?

Sind Sie konzentriert und bewusst hier?

 

Es gibt die wunderbare Geschichte von dem weisen, alten Mann, die, wie ich finde, hervorragend zu dieser Achtsamkeit passt:

„Ein weiser Mann wurde einmal gefragt, wie er trotz seiner vielen Tätigkeiten so gesammelt sein könne.

Er antwortete:

“Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich”

Die Leute nickten und fragten, welche Übungen er denn praktiziere, dass der bei seinen vielen Tätigkeiten immer so gesammelt wirke.

Er antwortete wiederum:

“Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich spreche, dann spreche ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich stehe, dann stehe ich.
Wenn ich gehe, dann gehe ich”

Die Leute wurden unruhig und sagten, dass sie das auch tun, aber was er denn darüber hinaus praktiziere…

Der weise Mann antwortete:

“Wenn Ihr sitzt, dann steht ihr schon.
Wenn ihr steht, dann geht ihr schon.
Wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel.”

 

Wie am Ende von obiger Geschichte, so ist es Ihnen und mir schon oft ergangen. Während man morgens im Bad steht und die Zähne putzt, überlegt man, was man heute anzieht. Während man sich anzieht, denkt man „ich muss los, bin schon zu spät“. Beim Morgenkaffee denkt man an die Dinge, die heute anstehen usw. Und das geht den ganzen Tag so. Wir sind mit unseren Gedanken immer schon beim Nächsten.

 

Gewohnheiten, Routine und Unachtsamkeit sind oftmals die Begleiter unseres täglichen Lebens. Wir tun vieles aus Gewohnheit und Routine (die natürlich sehr nützlich sind), und vieles geschieht und wird gesagt und getan mit Unachtsamkeit. Uns selbst und auch anderen gegenüber. Wie oft sind Sie unachtsam gegenüber sich selbst? Und vor allem, wie oft gegenüber Ihren Mitmenschen?

Komischerweise denke ich gerade jetzt an all die „achtsamen“ Verkehrsteilnehmer, die mir am letzten Wochenende auf dem Weg von Frankfurt in meine bayerische Heimat auf der Autobahn begegnet sind. Wenn ich selbst nicht so achtsam wäre (und auch nicht so viele Schutzengel hätte), dann wäre es mit meinem achtsamen Leben schon öfters vorbei gewesen. Autofahrer die ohne zu blinken einfach die Spur wechseln, am besten noch direkt vor einem einscheren bzw. einen am liebsten abdrängen wollen, weil sie genau da fahren wollen, wo man selbst gerade ist. Da ist häufig heftiges abbremsen von Nöten.

Wie achtsam ist das? Beispiele gibt es sicherlich viele, Sie kennen diese auch, nicht wahr?

Auch das ist Achtsamkeit! Achtsam sein gegenüber dem anderen, gegenüber dem Mitmenschen. Aber ist man sich selbst nicht oft der Nächste?

 

Achtsam zu sein kann auch dabei helfen, den Stress aus dem Leben zu nehmen. Denn wenn Sie ganz im hier und jetzt sind (nicht nur körperlich, sondern auch mental) und nicht gedanklich in der Vergangenheit oder schon in der Zukunft unterwegs sind, kehrt Ruhe und Zufriedenheit ein. Sie treiben sich selbst nicht mehr an, sondern machen eines nach dem anderen.

Nehmen Sie jeden Augenblick Ihres Lebens bewusst wahr und machen Sie sich seiner Vergänglichkeit und seiner Einzigartigkeit bewusst.

Fühlen Sie eine Art von Entschleunigung?

Es ist wie eine Art Innehalten um alles wahrzunehmen was gerade geschieht. Wenn Ihnen das schon gut gelingt, beobachten Sie weiter Ihre Gedanken, Ihre Atmung und Ihren Körper.

Bleiben Sie neugierig!

Mit Hilfe der Achtsamkeit können Sie sich auf das konzentrieren, was Sie im gegenwärtigen Augenblick tun und durch die Achtsamkeit bleiben Sie in stressigen Momenten wach und aufmerksam.

 

Genießen Sie einfach mal den Augenblick, in dem Sie im hier und jetzt bleiben und gewahr werden, was gerade geschieht. Was Sie gerade tun und wie Sie es tun. Was sehen Sie, was hören Sie und was spüren Sie? Wenn Sie ein leckeres Essen vor sich haben, seien Sie einfach mal achtsam dem gegenüber was Sie essen. Wie schmeckt es und wie fühlt es sich an? Wie riecht es?

Das könne Sie übrigens bei allem machen, was Sie tun. Wenn Sie duschen, Rad fahren, spazieren gehen, Kuchen backen oder was immer Ihnen einfallen mag.

Bewerten Sie dabei nicht, was Sie tun, sondern seinen Sie einfach des Momentes gewahr.

Versuchen Sie, die Achtsamkeit einfach jeden Tag spielerisch in Ihr Leben einfließen zu lassen. Sich selbst gegenüber, gegenüber den Dingen die Sie wahrnehmen und tun, aber auch gegenüber den anderen Menschen.

 

Ich finde, die Achtsamkeit ist sehr Facettenreich!

 

„Unser wahres Zuhause ist der gegenwärtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenwärtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und Nöte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.“ (vietnamesischer Zen-Lehrer Thich Nhat Than)

Ich wünsche Ihnen viele achtsame Momente

Ihre Karoline Beck

 

Wie immer dient dieser Blog dazu, Sie zum Nachdenken anzuregen oder Impulse zu geben. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Thema umfassend, abschließend oder wissenschaftlich zu beschreiben, sondern er soll Sie unterhalten, inspirieren oder Ihnen einen Gedanken schenken, der gerade heute für Sie wichtig ist.

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