Individualität bewahren

Durch meinen letztwöchigen Blog, in dem es um das „sich vergleichen mit anderen“ ging, kam ich auf den Gedanken, dass das sich vergleichen mit anderen, bzw. das sich nicht vergleichen mit anderen und zugleich seine Individualität zu bewahren sehr eng zusammen gehören.

Somit ist auch gleich das Thema für den dieswöchigen Blog geboren gewesen. Denn, wenn man sich seiner selbst bewusst ist und sich seine Individualität bewahrt, kann man das mit dem Vergleichen auch sehr gut einfach sein lassen.

 

Unser ganzes Leben lang müssen wir uns ständig der Wünsche und Bedürfnisse anderer bewusst sein und oft auch versuchen, uns diesen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen.

Wir können im Leben wahrlich nicht oft einfach wir selbst sein, denn im Kontakt mit anderen Menschen passen wir uns oft an, verhalten uns anders, als wir vielleicht möchten und manche unter uns verbiegen sich vielleicht sogar, nur damit es den anderen passt. Ja, es soll sogar Menschen geben, die sich selbst komplett aufgeben, nur um es allen anderen herum recht zu machen und deren Wünsche oder Erwartungen zu erfüllen. Die eigenen Träume und Wünsche bleiben dabei auf der Strecke.

 

Das Ganze beginnt schon in unserer Kindheit. Unsere Eltern erklären uns, wie wir uns zu verhalten haben, in der Schule haben wir uns nach Regeln und Vorgaben zu richten (die ja auch meistens gut und richtig sind), Freunde und Partner haben auch Erwartungen an uns und unsere Kollegen erwarten unsere Zusammenarbeit.

Das ist ja alles schön und gut und das gehört zu einer funktionierenden Gemeinschaft und Gesellschaft auch dazu, dass man sich anpasst, einfügt und flexibel reagieren kann und auch vielleicht rechtzeitig erkennt, was die anderen von uns erwarten.

Doch nicht weniger wichtig ist es, seine eigenen Bedürfnisse zu (er)kennen, sich selbst treu zu bleiben und die eigene Individualität zu bewahren.

 

Aber was ist sie eigentlich, die Individualität, die eigene Individualität?

Wir sind doch jede/r Einzelne Individuen und erfahren uns als Individuum im Zusammensein mit anderen Menschen.

Bei vielen Dingen, die heutzutage „in“ sind, könnte man glauben, es gibt sie nicht mehr die Individuellen, aber gleichzeitig habe ich zumindest den Eindruck, dass gerade in Zeiten von Facebook, Google, Apple und Co. jede/r Einzelne krampfhaft versucht, besonders individuell zu sein.

Heutzutage bedeutet individuell zu sein oft, ein hohes Maß an Freiheit, Einzigartigkeit, Emanzipation und Autonomie zu haben und sein „Ding“ zu machen und zwar auf eine ganz besondere und nie dagewesene Art und Weise, damit man sich unbedingt von der Masse abhebt (in die man sich aber jeden Tag freiwillig hineinbegibt, um eben seine besondere Individualität zur Schau zu stellen).

In früheren Zeiten war das Individuell sein nicht so gegeben, war doch für den Einzelnen aufgrund seiner Biografie und Herkunft oft sehr klar, was er zu tun und zu lassen hatte und was sein Tagwerk täglich war.

Orientierung war gegeben und viele haben sich nicht die Frage gestellt, wie man sich den selbst verwirklichen könnte und wie besonders individuell man sein sollte.

 

Wikipedia beschreibt es ganz einfach: „Der Begriff Individualität bezeichnet im weitesten Sinne die Tatsache, dass ein Mensch oder Gegenstand einzeln ist und sich von anderen Menschen beziehungsweise Gegenständen unterscheidet.“

Und das tun wir in jedem Fall. Letzte Woche schrieb ich „Sie sind einzigartig und Sie sind ein Unikat“ und somit sind Sie wunderbar individuell.

 

Individualität und Persönlichkeit

Für mich greift der Begriff der Individualität aber noch bisschen weiter, hat er doch etwas mit unserer gesamten Persönlichkeit zu tun. Wer Sie sind, was Sie gerne mögen oder nicht mögen, welche Meinung Sie haben und wie Sie zu sich und anderen stehen.

In einem Buch aus der Time Life-Reihe „Mindpower“ habe ich zu diesem Thema unten genannte Aufzählung entdeckt, was Individualität ist bzw. wie man zu seiner Persönlichkeit stehen kann.

In der heutigen Zeit könnte der oder die Eine das Gefühl haben, diese Liste mutet sich vielleicht etwas „altmodisch“ an, aber ich finde, Sie ist aktueller denn je.

Zu seiner eigenen Persönlichkeit zu stehen bedeutet:

  • Das Selbstvertrauen und den Mut zu haben, sich zu dem zu bekennen, woran man glaubt.
  • Eigene Stärken und positive Eigenschaften zu erkennen. Auch Sie besitzen einzigartige Fähigkeiten, die Sie in die Gemeinschaft einbringen können.
  • Sich nie von jemanden „zur Schnecke machen“ zu lassen, der einfach nur lauter und selbstbewusster auftritt.
  • Keine Angst davor zu haben, unbequeme Fragen zu stellen und Herausforderungen anzunehmen. Hören Sie sich die Ansichten der anderen an, doch verlassen Sie sich letztendlich auf Ihr eigenes Urteil und Ihre eigenen Instinkte. Denken Sie Ihre Vorstellungen und Meinungen genau durch, und haben Sie Vertrauen zu ihnen.
  • Ihr Gefühl für moralische Werte aufrechtzuerhalten; sagen Sie offen und ehrlich, was Sie von einer Entscheidung oder einem Urteil halten.
  • Klare Überzeugungen zu haben. Eine abweichende Meinung muss nicht notwendigerweise zur Konfrontation führen. Wenn Sie ruhig und diplomatisch sind, können Sie Ihren Standpunkt besser darlegen.
  • Ihren Gefühlen, Meinungen oder Ängsten Ausdruck zu verleihen, statt Ängste und Hass aufzubauen.
  • Sich selbst unter Kontrolle zu haben, um Autorität akzeptieren zu können, ohne sich eingeschüchtert zu fühlen oder Hassgefühle zu entwickeln.
  • Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen – und den Mut zu haben zuzugeben, wenn man sich geirrt hat.
  • Die Persönlichkeit anderer zu respektieren. Wenn Sie deren Gefühlen gegenüber sensibel sind, ist dies ein Zeichen Ihrer Stärke.
  • Zu lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten, ohne diese als Bedrohung zu empfinden. Ein kooperatives Vorgehen ist immer effektiver als Aggressivität oder Konkurrenzverhalten. Seien Sie aufgeschlossen für die Ideen anderer, ohne Sie übertrumpfen zu wollen.

Seine Identität zu bewahren, hat auch immer etwas mit dem Gefühl zu tun, sich eine gewisse Freiheit zu erhalten und sein Leben fest im Griff zu haben.

Ohne die Gemeinschaft und den anderen geht es aber nicht, denn, den Individualisten frisst der Tiger heißt es so schön.

Bleiben Sie so, wie Sie sind!

Herzliche Grüße

Karoline Beck

 

Wie immer dient dieser Blog dazu, Sie zum Nachdenken anzuregen oder Impulse zu geben. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Thema umfassend, abschließend oder wissenschaftlich zu beschreiben, sondern er soll Sie unterhalten, inspirieren oder Ihnen einen Gedanken schenken, der gerade heute für Sie wichtig ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.