Über den Wolken scheint die Sonne

Kaum wird das Wetter draußen trübe, erfahre und höre ich in und aus meiner Umgebung teilweise das so typische „deutsche“ Wetterjammern: Schon wieder so schlechtes Wetter!

Auch in den Radiosendern wird diesem Thema ein großer Berichtsrahmen gewidmet und wenn es selbst im November nicht über 20 Grad hat und die Sonne scheint, dann ist das Wetter schlecht und man (Mensch) sollte schleunigst etwas dagegen tun und einen Flug in die Sonne buchen, oder auswandern, dahin wo es immer sonnig und schön ist.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht? Ich kann es nicht mehr hören. Nur ständig neue Radiosender suchen nutzt nichts, da subjektiv gefühlt, alle auf diesem „Wetterzug“ fahren.

 

Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend, da war es im November kalt. Schmuddel Wetter, Stürme, Regen, Blätter fallen von den Bäumen und wenn es mal ein paar Tage schön war, hat man sich gefreut.

Ja, man hat sich gefreut, dass es schön war.

Heute wird gejammert, wenn das Wetter schlecht ist.

Ich glaube mich daran zu erinnern, dass der diesjährige Sommer außerordentlich schön war und im Gegenteil, wir eher unter einer Trockenheit leiden, zumindest unsere Wälder. Regen wäre nützlich und hilfreich.

 

Wozu schreibe ich das alles?

Mir geht es so, bzw. ich denke, dass sich dieses Wetterjammern („es ist immer schlecht“) sehr gut mit der allgemeinen „Jammerlage“ vergleichen lässt.

Menschen denen es vermeintlich sehr gut geht, finden -bei Nachfrage, wie es denn geht- bestimmt diverseste Punkte in Ihrem Leben, die ganz furchtbar sind oder sogar ganz schrecklich (also der Zug kam nicht pünktlich, die Putzfrau hat in den Ecken nicht geputzt, keine Parkplatz gefunden, Fingernagel abgebrochen und sonst so ganz schreckliche Schicksalsschläge).

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich spreche hier nicht von Menschen, denen es wirklich schlecht geht, keine Wohnung haben oder finden, keinen Job finden (obwohl wir ja ein Fachkräftemangel haben, so die Politik und Wirtschaft), mit Gehältern unter dem Mindestlohn in unserer Gesellschaft abgefertigt werden, oder tatsächlich an einer wie auch immer gearteten Krankheit leiden.

Mir geht es eher um das moderne Jammern auf hohem Niveau.

 

Nach dem Regen scheint die Sonne…

Manche Leute gelangen nie über das Stadium hinaus, jedes Missgeschick oder wenn es mal nicht so klappt, wie man selbst möchte, als Weltuntergang und jeder Krise als ausweglos zu betrachten.

Dieses negative Denken und katastrophisieren führt dazu, einfach alles negativ zu bewerten und die Dinge und Gegebenheiten mehr schwarz zu malen, als sich davon verleiten zu lassen, die Welt und das Leben bunt wahrzunehmen und auch so zu erfahren und sich darüber bewusst zu sein, dass Dinge auch einfach mal nicht so laufen, wie man es gerne möchte.

Katastrophisieren wird in der klinischen Psychologie, als die Neigung verstanden, dass negative Aspekte einer Situation oder mögliche negative Konsequenzen in übertriebenem Maße wahrgenommen werden und darüber nachgrübelt oder antizipiert (die Vorwegnahme eines eintretenden Ereignisses oder eines Zustands).

Das bedeutet, alles was einem zustößt oder vielleicht zustoßen könnte (hier noch in reiner Gedankenform und im eigenen „Mäusekino“), ist schon schlimm, ausweglos und man sieht jetzt schon keine Lösung oder Lösungswege mehr, oder will sie auch gar nicht sehen. Der Blick engt sich ein.

 

Was kann man tun?

Ein Perspektivenwechsel für die gegebene Situation kann unter Umständen sehr hilfreich sein.

Zu Versuchen, die Dinge oder die Gegebenheiten von einer anderen Seite zu betrachten. Bestimmte Ereignisse können auch dazu verwendet werden, die eigene Denk- und Betrachtungsweise der Situation kritisch unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls sogar die eigenen Wertvorstellungen genau zu betrachten und neu zu definieren.

Was ist wirklich wichtig?

Sich die Frage zu stellen, wenn es etwas Gutes hätte, was könnte das sein?

Manchmal stellt sich im Nachhinein heraus, dass sich ein vermeintliches Unheil als Segen erweist. Es kommt einfach ganz darauf an, wie man die Sache betrachtet.

Eine konstruktive, optimistische Geisteshaltung hilft oft, die kleinen Pannen des Alltags positiv zu sehen oder sie in etwas Positives zu verwandeln.

Wenn Ihre erste Reaktion auf eine Missgeschick Entsetzen ist, dann sehen Sie genauer hin: Vielleicht lässt sich daraus ein unvorhergesehener Nutzen ziehen.

Lassen Sie sich von einem Missgeschick, Fehler oder unglücklichen Situation keinesfalls entmutigen, sondern versuchen Sie stattdessen, ihm etwas Gutes abzugewinnen.

 

Aus Fehlern lernen oder: Vom Negativen zum Positiven

Aus Fehlern einen Gewinn zu ziehen oder an vermeintlich negativen Erlebnissen oder Ereignissen noch etwas Gutes zu sehen, erfordert eine Verschiebung der Perspektive vom Negativen zum Positiven.

Viele von uns haben Angst davor etwas falsch zu machen, malen sich in der Zukunft liegende Situationen negativ schon in den dramatischsten Farben aus. Wenn dann doch mal etwas schief läuft oder einem der berühmte „Schnitzer“ unterläuft, nehmen viele das persönlich, schämen sich, ärgern sich und halten sich selber vielleicht sogar für „dumm“.

Dabei wird vollkommen übersehen: In jedem Missgeschick und in jedem Rückschlag steckt eine Erkenntnis oder eine Lehre, die uns wieder ein Stück nach vorne bringt.

 

Ob man nun für den Fehler, das Missgeschick oder die nicht geglückte Begebenheit etwas konnte oder nicht – akzeptieren Sie, dass er passiert oder jenes geschehen ist.

Es ist zunächst erst mal nicht zu ändern.

Hilfreich ist dann nach vorne zu schauen und zu prüfen

  • Wie ein Lösungsweg aussehen könnte?
  • Wie kann es anders gemacht werden?
  • Was könnte das Gute daran sein?
  • Was kann daraus gelernt werden?
  • Was will die Situation einem vielleicht sagen, was könnte die Botschaft sein?
  • Was kann aus der Geschichte gelernt werden und wie kann man für die Zukunft Nutzen daraus ziehen?
  • Welche Korrekturen sind nötig, um wieder auf den „richtigen“ Kurs zu kommen?

 

Trennen Sie dabei die Situation oder das Problem von Ihrer Person und versuchen Sie soweit es geht Objektivität (subjektive Objektivität) zu bewahren, damit es Ihnen leichter fällt, Möglichkeiten zur Veränderung besser erkennen zu können.

Wie oben bereits erwähnt, können manch vermeintlich unglückliche Situationen oder manche Fehler, die man im Leben gemacht hat, als „glückliche Zufälle“ betrachtet werden.

Viele Forscher und Erfinder hätten ihre segensreichen Entdeckungen nie gemacht, wenn sie nicht bereit gewesen wären, Irrtümer als neue Denkanstöße zu begreifen und zu nutzen.

Denken Sie immer daran, dass Wetter ist nur unterhalb der Wolken schlecht, über den Wolken scheint immer die Sonne!

12112015_Sonne

Ihr Karoline Beck

 

Wie immer dient dieser Blog dazu, Sie zum Nachdenken anzuregen oder Impulse zu geben. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Thema umfassend, abschließend oder wissenschaftlich zu beschreiben, sondern er soll Sie unterhalten, inspirieren oder Ihnen einen Gedanken schenken, der gerade heute für Sie wichtig ist.

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